In Berlin traf die Praxis auf Wissenschaft, Wirtschaft und Politik

Die Bölle Festsäle in Berlin unweit des Schlosses Bellevue dienten am 4. Juni als Bühne für den 6. Zukunftsdialog Agrar & Ernährung. In kontroversen Debatten über Richtig und Falsch in der landwirtschaftlichen Erzeugung von Lebensmitteln entfalteten verschiedene Themen durch Vorträge und Diskussionen ihre ganze Bandbreite. Klimaschutz, Glyphosat-Ausstieg, Düngeverordnung, Digitalisierung, Biodiversität, Umweltschutz, Tierwohl oder Globalisierung sind dabei immer wiederkehrende Themen die teilweise schon über Jahre wie ein Damoklesschwert über der Branche schweben. Welche Landwirtschaft wollen wir? War ein interessantes Motto um Entscheider, Macher und Visionäre Antworten zu entlocken.  Den Dialog zwischen Beteiligten aus Praxis, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik anzubieten ist nicht nur an diesem Tag ein wichtiger Baustein um die Landwirtschaft neu zu definieren.

Nachhaltigkeit und eine zukunftsfähige Landwirtschaft

Eine schwierige Aufgabe ist sicherlich der Spagat zwischen Nachhaltigkeit und einem wirtschaftlichen Agrarsystem. Der Landwirt ist dabei am einfachsten anzugreifen, laufen doch bei ihm alle Fäden zusammen. Aber so einfach ist das nicht. Als erstes ist ein landwirtschaftlicher Betrieb als Unternehmen zu sehen welches wirtschaftlich arbeiten muss. Die Anforderungen aus Gesellschaft, Politik sowie der Wirtschaft sind aber so enorm, dass eine Berücksichtigung aller zusätzlichen Interessen trotz größter Anstrengungen nicht immer möglich ist. Das Verständnis des Verbrauchers und eine klare realistische Linie aus der Politik wären für eine Unterstützung schon ein guter Anfang. Stellen wir uns die Frage – Ist es wertschätzend ein 600 € Grill zu kaufen und das Steak für 0,49 € zu grillen? Doch eine zukunftsfähige Landwirtschaft braucht mehr als nur Verständnis, Regeln und gute fachliche Praxis. Auch Innovationen basierend auf dem Nachhaltigkeitsgedanken sind unerlässlich in einem System das sich mit Weitsicht verändern soll. Das dort viel Möglich ist zeigte das Trio des Start-ups madebymade aus Pegau. Mit ihrem modularen Konzept zur Produktion von nachhaltigem Proteinmehl ist es möglich standortunabhängig und flexibel Futtermittel herzustellen. Ein Konzept was auch die Jury des Ideenwettbewerbs überzeugt hat. Wir sagen herzlichen Glückwunsch zum 1. Preis: Ideenwettbewerb Agrar & Ernährung 2019. Sicherlich ein gutes Beispiel wie die Wertschöpfungskette allgemein nachhaltiger werden kann und den Landwirt unterstützt.