Nutri-Score Icon Blogbeitrag plantamedium

Auf einigen Lebensmittelverpackungen ist er schon zu sehen – der Nutri-Score. Vorreiter für die Markteinführung waren Danone und Nestlé Anfang 2019. Auch Rewe und Penny wollen ihre Eigenmarken ab Sommer 2020 mit dem Nutri-Score kennzeichnen. Mit dem Ziel, dass Verbraucher beim Einkaufen eine gesündere Wahl treffen können, hat auch Bundesernährungsministerin Julia Klöckner angekündigt, in 2020 den Nutri-Score einzuführen. Der Entscheidung vorangegangen war eine Verbraucherbefragung mit mehr als 1.600 Teilnehmern: Im Vergleich mit anderen Nährwertkennzeichnungs-Modellen wurde der Nutri-Score am hilfreichsten empfunden. In Deutschland wird die Verwendung des Labels freiwillig sein, nur die EU könnte eine verpflichtende Kennzeichnung vorschreiben. Deutschland folgt damit dem Vorbild Frankreichs, wo der Nutri-Score bereits 2017 eingeführt wurde. Auch in Belgien, Spanien, Portugal, der Schweiz und in Luxemburg wird das Label bereits genutzt.

Was genau sagt der Nutri-Score aus?

Der Nutri-Score dient als zusätzliche Nährwertkennzeichnung auf einen Blick und besteht aus einer fünfstufigen, farbig hinterlegten Buchstabenskala, die auf der Verpackungsvorderseite eines Produktes abgedruckt wird. Eine zugrundeliegende mathematische Formel bewertet die enthaltenen Nährstoffe, deren übermäßiger Verzehr sich negativ auf die Gesundheit ausüben könnten, wie Energie, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz sowie Inhaltsstoffe, die eher einen positiven Einfluss haben, wie Ballaststoffe, Proteine, Obst, Gemüse und Nüsse. Für die verschiedenen Inhaltsstoffe gibt es Plus- und Minus-Punkte, die eine Gesamtpunktzahl ergeben. Die Punktzahl wird dann einem farblich hinterlegten Buchstaben zugeordnet, in einer Skala von Dunkelgrün (A) „gesündere Wahl“ bis Rot (E“) „weniger positive Wahl“. Je geringer die Punktzahl des Nutri-Scores, desto höher ist die Nährwertqualität eines Lebensmittels. Die Angaben beziehen sich auf 100 Gramm oder 100 Milliliter des jeweiligen Lebensmittels.

Der Nutri-Score eignet sich zur Bewertung komplex zusammengesetzter Lebensmittel. Besonders gleichartige Produkte, wie z. B. verschiedene Fruchtjoghurts oder Kekse, lassen sich auf diese Weise miteinander vergleichen. Eine Lücke in der Lebensmittelbewertung mit dem Nutri-Score ist, dass manche positiven Inhalts­stoffe, wie Omega-3-Fett­säuren und Vitamine nicht in die Bewertung miteinfließen. Somit würden beispielsweise Olivenöl oder auch Nüsse aufgrund der hohen Energiegehalte ungerecht bewertet, obwohl sie im Rahmen einer gesunden Ernährung empfehlenswert sind.

Genauere Nährwert-Informationen finden Verbraucher nach wie vor auf der Rückseite der Produktverpackungen im Zutatenverzeichnis oder in der Nährwert-Tabelle. Lebensmittelhersteller müssen verpflichtend auf allen vorverpackten Lebensmitteln die Gehalte an Energie, Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz pro 100 Gramm bzw. 100 Milliliter des Lebensmittels angegeben. Außerdem sind zusätzliche Angaben pro Portion erlaubt.