Insekten als Nahrungsmittel zu sich nehmen, das kennen viele vielleicht nur als Ekelprüfung aus dem Dschungelcamp. Doch tatsächlich scheint sich dieses Nahrungstabu in den westlichen Ländern langsam zu lösen. Während Heuschrecken, Mehlwürmer und Grillen in Entwicklungsländern als übliches Nahrungsmittel vor allem im Kampf gegen Hungersnöte eingesetzt werden oder sogar als Delikatesse gelten, können sich die meisten Europäer nicht überwinden Insekten zu essen. Die Hemmschwelle ist nicht ganz klar zu definieren, z.B. werden Hummer als Luxusartikel verstanden und eine Heuschrecke die ebenfalls zu den Gliederfüßern gehört wird von den meisten nicht angerührt. Dabei enthalten die Tierchen viele gesunde Proteine, Vitamine und Mineralien und stellen somit eine gute Alternative zum Fleischkonsum dar.

Insekten sind nicht nur gut für den Menschen, sondern auch umweltfreundlicher als andere Nutztiere. Ihr Wasser- und Futtermittelbedarf ist pro Kilogramm Endprodukt viel geringer als der Bedarf von anderen Tieren und auch der CO²-Ausstoß ist so niedrig wie bei keinem anderen Nutztier. Trotz dessen sind nur rund 2.000.000 Menschen weltweit Entomophagen, also Insekten verzehrende Menschen.

Doch wie kommt das? Auf dem deutschen Markt werden schon seit einigen Jahren Lebensmittel angeboten, die Insekten zu großen Teilen enthalten. In Form von Proteinriegeln, Nudeln, Brot, Burgerpatties oder auch als frische Gerichte in Restaurants. Sogar auf Amazon kann man sich problemlos ganze Heuschrecken bestellen und bis vor die Haustür liefern lassen.     

Während Insektenlebensmittel in unseren Nachbarländern wie Belgien, Niederlande und Frankreich schon lange vertrieben werden, gibt es auch in Deutschland seit dem 01.01.2018 klare Regeln. So zählen diese Produkte zum Novel-Food und müssen von der Europäischen Kommission genehmigt und in dem Zuge auch von der EFSA geprüft werden. Alle Insektenlebensmittel die bereits vor dieser Regelung schon angeboten wurden, mussten nicht vom Markt genommen werden, aber eine neue Genehmigung beantragen.

Dieses Minivieh hat Zukunftspotential als Futtermittel für die größeren Nutztiere, vor allem Schweine und Geflügel, denn durch den hohen Proteingehalt könnten die Insekten Futtermittel wie Sojaschrot und Fischmehl ersetzen. Wenn die Forschung so weit ist, Insekten in solch riesigen Mengen züchten zu können, muss nicht mehr so viel Soja importiert und damit die Umwelt belastet werden und man kann einen Teil gegen die Überfischung beitragen.

Wir wünschen guten Appetit!

Hier einige Links, wo man schon Insektennahrung kaufen kann:

https://snackinsects.com/epages/a1912e88-af41-44f3-a576-4706265b1d46.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/a1912e88-af41-44f3-a576-4706265b1d46/Categories/Produkte

https://wuestengarnele.de/

https://bugfoundation.com/unser-burger.html

https://www.next-food.net/de/einfache-essbare-insekten/