Weiterbildung bei plantamedium

Weil Worte oft zu wenig sind

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ – dieses Sprichwort stimmt gerade in der heutigen Zeit immer mehr. Unsere Sehgewohnheiten haben sich durch die Omnipräsenz der Medien so stark gewandelt, dass wir Geschriebenes immer schlechter erfassen können. Es fällt dem Menschen leichter, ein Bild zu beschreiben, als eine Erzählung fehlerfrei wiederzugeben.
Als Designer nutzt man eine Skizze häufig als Instrument zur Planung und Abstimmung von Ideen mit Kollegen oder Kunden. Dass eine Skizze auch zur Erklärung eines komplexen Vorgangs oder zum „Mitschreiben“ während eines Vortrags hilfreich sein kann, zeigte unser Grafik-Designer Thomas seinen Kollegen in einem Workshop im Rahmen einer internen Weiterbildung.

Zeichnungen als Hilfsmittel

Der Mensch zeichnet, seitdem er aufrecht gehen kann. Er gibt damit seine Ideen weiter, erklärt seinen Mitmenschen seine Umwelt oder versucht, etwas nicht Sichtbares abzubilden. Durch die schnelle Ausführung und Vereinfachung erlangen Zeichnungen oft eine sehr universell verständliche Bedeutung, auch über Kulturkreise hinweg. Der Mensch ist durch die sehr lange Vertrautheit mit dieser Ausdrucksform geprägt und verarbeitet deshalb visuelle Informationen einfacher und schneller als andere.
Anhand von Beispielen wurden verschiedene Anwendungen von Skizzen erklärt: Vorskizzen für Kunstwerke, Storyboards im Film oder im User Experience Design. Alle diese Anwendungen stellen in erster Linie ein „Hilfsmittel“ dar. Die Zeichnung erleichtert es, die Ausführung einer aufwändigeren Handlung vorzubereiten. Man plant die Komposition eines Gemäldes, die Farb- oder Helligkeitsverteilung, die Perspektive einer Kameraeinstellung, Größenverhältnisse oder die Nutzung einer Bedienoberfläche.

Erzählen einer Geschichte

Gerade ein Storyboard oder ein sogenanntes Mockup in der Softwareentwicklung erzählen eine Art Geschichte. Sie fassen sowohl den visuellen als auch den inhaltlichen Eindruck zusammen und sind damit ideal, Ideen möglichst ohne Verlust zu vermitteln. Als eine vereinfachte Form des Storyboards haben sich in der letzten Zeit die sogenannten „Sketchnotes“ etabliert. Mithilfe einer Kombination aus Symbolen, Pfeilen und Text werden hier die Inhalte erfasst und miteinander in Beziehung gebracht. Durch die Kombination aus Text und Bild wird der Zusammenhang sehr schnell erfasst und bleibt gut im Gedächtnis.

Learning by Doing

Mit einer kleinen Übung haben die Kollegen im Workshop bei uns genau diese Technik direkt angewendet: ein einfaches Rezept für die Zubereitung von Muffins sollte in Form einer Sketchnote wiedergegeben werden. Die Ergebnisse waren dabei natürlich unterschiedlich – es erfordert schon etwas Übung, die Zubereitung so zu verdeutlichen, dass man den Ablauf sowohl zeitlich als auch technisch verständlich abbilden kann. Vom zeichnerischen Talent einmal ganz abgesehen. Als ein Ergebnis hier die Sketchnote, die während des Workshops auf unserem Smartboard entstanden ist:

Ein Ergebnis des Workshops zum Thema Sketchnotes: Ein illustriertes Muffin-Rezept

 

Und hier zum Nach“lesen“ das Rezept:

80 g Butter
200 g Mehl
1 Pk Vanillezucker
½ Pk Backpulver
3 Eier
140 g Zucker
140 ml Milch

Zuerst in einer Schüssel die Eier schaumig schlagen. Dabei den Zucker und den Vanillezucker einrieseln lassen.

Die in Flocken geschnittene Butter hinzufügen. Schön schaumig schlagen, bis keine Butterflöckchen mehr zu sehen sind.

Danach die Milch mit dem Mehl und dem Backpulver abwechselnd einrühren.

Ein Muffinblech mit Papiermuffinförmchen ausfüllen und die Masse in die Förmchen füllen.

Die Förmchen dürfen nur bis zur Hälfte oder etwas darüber mit der Masse gefüllt werden.

Die Muffins bei ca. 180 Grad im vorgeheizten Backofen bei Ober- und Unterhitze ca. 30 – 40 Min. (mittlere Schiene) backen.

Danach die Muffins aus dem Backofen nehmen und abkühlen lassen.