Freizeittrends im Lockdown – Corona als Chance für neue Hobbies

Die Coronakrise als Chance für neue Freiheiten

Das Corona-Virus hat seit Monaten unseren privaten sowie beruflichen Alltag umgekrempelt und stellt für alle Menschen eine neue Situation dar. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben zu persönlichen Einschränkungen geführt, die bislang kaum denkbar waren. Herausforderungen wie soziale Isolation, mangelnde Kontakte, Homeofficetätigkeiten, aufgeweichte tägliche Strukturen, eingeschränkte Freizeitaktivitäten außer Haus, Betreuungsprobleme bzw. Homeschooling der Kinder zählen zur Tagesordnung. Daher ist es wichtig, sich kleine Auszeiten zu schaffen, um neue Energie zu tanken.

Stresslevel senken

Viele Menschen haben sich in der Corona-Pandemie neue Hobbies zugelegt. Laut Psychologen ist das sehr gut: Die Freizeit aktiv in die Hände zu nehmen senkt den Stresslevel besonders in der Pandemie. Bewegung und Sport setzen Glückshormone frei und bauen Stresshormone ab. Die typischen Corona-Hobbies sind auch an uns nicht spurlos vorbei gegangen. So hat sicherlich seit Frühjahr letzten Jahres jeder seine Wohnung entrümpelt, Brot gebacken und das Spazieren gehen für sich entdeckt. Fahrräder, Lauf- bzw. Wanderschuhe und Inliner waren und sind noch immer heißbegehrte Ware. Auch die klassischen Gesellschaftsspiele und Puzzle erlebten einen unglaublichen Aufschwung.

Zwangspause für Freizeitmarathon

Hastete man sonst in der Freizeit oft von Verabredung zu Hobby, so findet man plötzlich Zeit und Ruhe, um liegengebliebene Bücher zu lesen, markierte Podcasts zu hören, gesammelte Rezepte nach zu kochen und die Fotoalben der letzten Urlaube zu füllen. Leidenschaften für alte Hobbies werden wieder entfacht und neue Möglichkeiten ausprobiert.

Auch gesunde Ernährung hilft uns, eine Krise gut zu meistern

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Kreativität am Küchentisch

Basteln, Nähen und kleine kreative DIY-Projekte sind gerade mit Kindern eine willkommene Abwechslung und bei jedem Wetter umsetzbar. Kerzen tauchen in knalligen Verlaufsfarben oder auch das Batiken mit wilden Mustern liegen voll im Trend und vertreiben den Corona-Blues.

Naturerlebnisse

Ausflüge in die Natur bzw. Sport an der frischen Luft waren noch nie so populär wie derzeit. Als Ausgleich zum vielen Sitzen im Homeoffice und dem fehlenden Arbeitsweg bietet die Natur unzählige Perspektiven. Von Fahrradtouren mit Picknick über Joggen und Wandern bis hin zur Outdoor-Meditation sind auch hier die Möglichkeiten breit gefächert. Auch das Geocaching (Schatzsuche mit Hilfe eines GPS-Gerätes) erfreut sich breiter Beliebtheit. Heimische Gärten werden zum neuen Urlaubsparadiesen. Selten wurden so viele Pools gebaut und Hochbeete bepflanzt wie im letzten Frühjahr.

Viele entdecken Gärtnern und Natur und geben diese Begeisterung an die Kinder weiter

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Wohlfühloase Zuhause

Die Wohnung wird zum Arbeits- und Lebensmittelpunkt. Das erfordert eventuell manch Renovierungs- oder Umräum-Aktion, aber der Aufwand wird schnell belohnt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, und so sind das Kino im Wohnzimmer, der Campingurlaub im Garten, das Fitness-Studio im Flur oder der Spa-Besuch im Badezimmer plötzlich möglich.

Virtuelle Aktivitäten

Videospiele sind wahrscheinlich eine der beliebtesten Corona-Beschäftigungen: Die Spieleentwickler verzeichnen Rekordumsätze, Konsolen- und Grafikkarten sind permanent ausverkauft und Hersteller können der Nachfrage seit Monaten nicht gerecht werden. Auch im Online-Sport Sektor hat sich einiges getan. Fitness- und Yogaklassen können live besucht und bequem von zu Hause ausgeübt werden. Modernste Heim-Fitnessgeräte inkl. dazugehörigen Trainingsvideos und Live-Kursen im Abo sind schon in vielen Wohnzimmern vertreten. Sogar kulturelle Aktivitäten, wie ein digitaler Theaterbesuch oder ein Konzert via Livestream, sind derzeit möglich.

Exkurs in die Gehirnfoschung

Isolation, Existenzängste, Perspektivlosigkeit: Corona ist eine psychische Belastung. Wir sind pandemiemüde – und ein absehbares Ende lässt sich nicht konkret definieren. Symptome von Angst, Stress und Depressionen haben seit dem Frühjahr 2020 zugenommen. Die Auswirkungen auf unsere Psyche sind unterschiedlich – von den Einschränkungen betroffen sind wir aber alle. Das macht sich auch in unterschiedlichen Regionen unseres Gehirns bemerkbar. Was dabei genau passiert, ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Bereiche. Zum Teil lassen sich die Folgen der Pandemie direkt mit den Aktivitäten einiger Hirnareale in Verbindung bringen: Zumindest temporär passen sie sich strukturell den Veränderungen an.

Wir verfügen über ein „soziales Gehirn“. Auf fehlenden Austausch reagiert es überaus sensibel. Soziale Routinen wie das regelmäßige Treffen im Familien- und Freundeskreis sind verloren gegangen. Wird der Nucleus Accumbens seltener durch soziale Kontakte aktiviert, fühlen wir uns im Alltag weniger motiviert. Der Mangel an sozialem Austausch gilt als eine der wichtigsten Ursachen für psychische Belastungen in der Corona-Krise.

Alltägliche Strukturen sind aufgeweicht. Strukturen helfen dem präfrontalen Cortex, der wie ein Filter funktioniert. Im sogenannten Arbeitsgedächtnis wird gespeichert, was man wann und warum tut. Indem bekannte Handlungen automatisch ablaufen, kann sich die Aufmerksamkeit auf Neues richten. Einerseits fallen im Arbeitsgedächtnis abgespeicherte Routinen weg, die das Denken vereinfachen. Andererseits müssen ständig neue Nachrichten und Eindrücke verarbeitet werden. Zusammen kann das zu kognitiver Überforderung bzw. zu Unkonzentriertheit führen.

Momentan fehlen Erlebnisse, die zu Tagträumereien inspirieren: z. B. eine Reise oder ein Restaurant-Besuch. Auch wenn das Hirn gerade nichts tut, ist es aktiv: im sogenannten „default mode network“. Befindet sich das Hirn in diesem Modus, kann es abschweifen, über den Tellerrand hinausschauen. Dafür braucht es Inspiration. Wenn diese nicht geliefert werden kann, führt es zu sinkender Kreativität und negativen Gedankenschleifen.

Teamgedanke stärken

Um das Teamgefüge unter allen Kollegen zu festigen, haben wir bei Plantamedium eine interne „Schnackrunde“ eingeführt. Hier werden in regelmäßig stattfindenden virtuellen Treffen gemeinsam Serientipps ausgetauscht, Renovierungsarbeiten bestaunt, Haustiere vorgestellt, Gärten bewundert und von hoffentlich bald wieder erreichbaren Urlaubszielen geträumt.

Auch unser diesjähriges Frühlingsevent fand selbstverständlich digital statt. „Jeder für sich und trotzdem zusammen“ – das funktionierte tatsächlich wunderbar. Eine geführte Weinprobe quer durch Europa ließ uns Corona für ein paar Stunden vergessen.

Freizeit-Tipps aus dem Team

Drei kleine Freizeit-Tipps zum Nachmachen haben wir ein wenig erläutert. Vielleicht hat der ein oder andere Leser ja auch Lust dazu…

Hula-Hoop-Reifen: Das Workout mit dem aus dem Schulunterricht bekannten Reifen ist gerade angesagter denn je. Und das aus gutem Grund, schließlich macht das Workout mit dem Reifen unglaublich viel Spaß, sorgt für eine schlanke Taille und lässt sich perfekt zu Hause vor dem Fernseher machen.

Escape Games/Hidden Games: Spiele (analog und digital möglich) für die Leidenschaft am Rätseln und Ermitteln. Man erhält eine Fallakte mit sämtlichen Unterlagen und Beweisgegenständen. Die Spieler schlüpfen in die Rolle der Privatdetektive oder Polizisten, und dann gilt es den Fall gemeinsam zu lösen! Hierfür müssen die Unterlagen durchforstet, Fingerabdrücke untersucht, Alibis recherchiert und geprüft sowie die Beweismaterialien aufgenommen werden, um den Täter zu überführen.

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Hand Lettering: Die Kunst der schönen Buchstaben. Lettering ist kunstvolles und kreatives Schreiben mit unterschiedlichen Stiften. Es geht beim Lettering aber nicht um die eigene Handschrift, sondern darum, mit den Buchstaben etwas zu gestalten und zu kreieren. Im Netz findet man diverse Tutorials und Vorlagen, um unterschiedliche Schriften zu erlernen.

Unser Fazit aus der nun fast 18 Monate andauernden Krise: Es ist und bleibt hart, auf so viele Dinge zu verzichten. Es zeichnet sich jedoch langsam Licht am Ende des Tunnels ab und die Krise hat unzählige neue und alte Möglichkeiten der Beschäftigung hervorgebracht, die wir auch nach Ende der Pandemie nicht mehr missen möchten.

Bildnachweis Titelbild: Photo by Markus Winkler on Unsplash