Der Lebensmittelmarkt wird gesünder – und digital.

Der Lebensmittelmarkt verändert sich: Regional, Digital, Vegan.

Dass sich der Lebensmittelmarkt verändert, ist wohl jedem Verbraucher schon aufgefallen: Vor einigen Jahren wurden Vegetarier, Veganer und Flexitarier aufgrund ihrer Ernährung noch schief angeschaut. Heute gehört es für die meisten Menschen einfach dazu, dass viele Menschen vegetarisch oder vegan leben.

Übrigens: Flexitarier sind flexible Vegetarier, die ihren Fleischkonsum bewusst einschränken und möglichst wenig, nur selten oder nur bestimmte Qualitäten von Fleisch essen. Sie stehen für einen gemäßigten, nachhaltigen und qualitätsorientierten Verzehr von Fleisch.

Der Informationsstand und das Bewusstsein zum Thema Ernährung haben für viele Verbraucher inzwischen einen deutlich höheren Stellenwert.

Immer mehr Konsumenten wollen mehr über das wissen, was sie essen. Sie möchten Informationen zur Herkunft bekommen und wohlmöglich auch wissen, wie die Tiere gehalten werden, deren Milch zu dem Käse verarbeitet wurde, den sie kaufen und verzehren.

Die Regionale Direktvermarktung boomt

Ein einfacher Weg, diese Informationen verlässlich zu bekommen, ist es, regional zu kaufen. Viele Bauernhöfe bieten mittlerweile einen kleinen Hofladen, in dem sie ihre Erzeugnisse direkt vermarkten. Auf diesem Wege kann der Kunde im wahrsten Sinne sehen, woher seine Einkäufe stammen. Der älteste Weg, die Waren an den Mann oder die Frau zu bringen, ist natürlich der Wochenmarkt: Auch hier findet man sehr oft regionale Höfe, die ihre Eier, Kartoffeln und Gemüse anbieten.

Einige landwirtschaftliche Betriebe gehen sogar noch einen Schritt weiter: Über einen Webshop als digitale Lösung verkaufen sie ihre Erzeugnisse online. Das funktioniert am besten mit abgepackten Produkten wie Weizen oder Roggen, aber auch Eier, Öle und Tees werden angeboten.

Ein Beispiel ist der Hof Schwienhorst, der unter dem Motto „Heute schon was Natürliches gegessen?!“ seinen eigenen Online-Shop gelauncht hat.

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Ein weiterer Vorteil ist der geringere CO2-Fußabdruck: Da die Produkte nicht über viele Kilometer transportiert werden müssen, bleibt dieser geringer als bei Produkten aus dem Supermarkt. Der niedrigere Energieverbrauch schützt somit also auch das Klima.

Ernährung ist ein wichtiger Hebel zur Erreichung der Klimaschutzziele

Neben Wohnen und Heizen, Verkehr und erneuerbaren Energien ist die Ernährung und Landwirtschaft eine der effektivsten Möglichkeiten, die Erreichung der Klimaschutzziele zu unterstützen. Tierische Produkte haben einen deutlich größeren ökologischen Fußabdruck, da zu ihrer Erzeugung im Verhältnis mehr Fläche, Wasser und Energie benötigt wird als für pflanzliche Lebensmittel. Darauf reagieren die Verbraucher entsprechend: Etwa ein Drittel aller Haushalte isst heute bewusst weniger Fleisch, 10% der Bevölkerung isst vegetarisch und 1 % sogar vegan.

Immer mehr Menschen achten auf gesunde Lebensmittel

Dennoch: neben Gemüse und Obst gehört tierisches Eiweiß für viele Menschen untrennbar zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung. Fisch bildet dabei einen der nachhaltigsten Lieferanten tierischen Eiweißes. Während für 1 kg Fisch nur 1,2 bis 1,4 kg Futter eingesetzt werden müssen, verbraucht die Erzeugung von Rindfleisch mehr als das 8-fache an Futtermitteln.

Das macht sich die Aquaponik zunutze: Fischzucht (Aquakultur) und bodenlose Pflanzenzucht im Wasser (Hydroponik) durch einen gemeinsamen Wasser- und Nährstoffkreislauf. Damit stellt Aquaponik (auch als Urban-Farming bekannt) eine sehr ressourcenschonende Form der Landwirtschaft dar. Mehr Information zu diesem Thema finden Sie in unserem Blogbeitrag Aquaponik – was ist-das denn?

Transparenz ist dem Verbraucher wichtig

Viele Verbraucher möchten gerne mehr Transparenz in den Regalen des Supermarktes sehen. Dafür sind sie auch bereit, mehr zu zahlen. Seit zwei Jahren gibt es die Verbraucherinitiative „Du bist hier der Chef“. Die Idee hinter dem Namen: Faire Preise für Lebensmittel und deren Produzenten auf der Basis von Online-Verbraucherabstimmungen. Über 9.000 Verbraucher haben damals teilgenommen und Fragen wie „Wie sollen die Kühe gehalten werden?“, „Welches Futter sollen sie bekommen?“, „Wie soll die Milch verpackt werden?“ beantwortet. Transportkosten und der nötige Gewinn für Molkerei und Landwirte sind ebenfalls in die Preisfindung eingeflossen. Das Ergebnis: 1,45€ als fairer Preis für einen Liter Milch. Die Milch ist inzwischen erfolgreich im Markt etabliert, die Verbraucher sind bereit, mehr Geld zu bezahlen, da sie wissen, wohin das Geld geht.

Eine weitere Idee für mehr Transparenz in den Regalen ist die folgende Idee, die aktuell ausgearbeitet wird: Für nachhaltige Kundenbindung sollen über eine App die Produkte gescannt und dann alle Parameter des Lebensmittels angezeigt werden. So kann jeder Käufer selbst über seinen Beitrag zum Umweltschutz und damit zur Nachhaltigkeit entscheiden.

Nachhaltige Verpackungen

Auch bei den Verpackungen geht der Trend zur Nachhaltigkeit, so zum Beispiel durch den Einsatz von umweltfreundlichem Papier. Heute werden diese Materialien selbst höchsten kreativen Ansprüchen gerecht und daher sind Papiere mit Recyclinganteil angesagter als je zuvor. 

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Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Beitrag: Papiertrend – haptische Nachhaltigkeit

Auch hier können wir den Hof Schwienhorst als Beispiel nennen: Die Verpackungen für Eier und Kartoffeln sind komplett aus recyceltem Papier hergestellt, die Verpackungen der Tees und der Saaten haben lediglich ein kleines Plastikfenster, um das Produkt zu präsentieren.

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