Ein paar Wochen im Ausland und trotzdem den festen Job behalten? Das war eine Traumvorstellung, doch wie soll das funktionieren? DieseFragen stellte ich mir im November 2019. Und die Lösung war ganz einfach: Ein offenes und ehrliches Gespräch mit der Führungsetage! Ohne Erwartungen bin ich in das Gespräch mit der Geschäftsleitung gegangen – umso erfreuter habe ich dieses verlassen. Denn die Geschäftsführung war begeistert: „Alina, tolle Idee – wir unterstützen Dich dabei!“ Ich war so froh, diesen offenen Weg gegangen zu sein. Und nun stand ich vor der Planung meiner Sprachreise nach Amerika.

Auf der Pferdefarm in Dallas (Texas)

Am 02.02.2020 ging es von Düsseldorf nach Dallas (Texas). Der Sprachreise mit Arbeit auf einer Pferdefarm stand also nichts mehr im Weg. Jeden Tag 8 bis 10 Pferde reiten und das in einer ganz anderen Welt… ein Traum jeder Reiterin, welche ihr Herz dem Pferdesport geschenkt hat. Innerhalb der ersten paar Tage merkte ich aber mehr und mehr – hier stimmt etwas nicht. Nichts war wie mit meinem Ansprechpartner abgesprochen. Leider wohnte ich alleine in einem großen Haus und außer ein bisschen sporadischem Kontakt über Tag mit den Pferdepflegern – jedoch eher mit Hand und Fuß und gebrochenem Englisch, da sie aus Mexiko kommen – passierte in den ersten Tagen erstmal nichts. Dabei wollte ich doch Land und Leute kennenlernen, um meine Englischkenntnisse zu verbessern! Abends wieder im Haus angekommen, gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. Ist das die Sprachreise, die ich mir vorgestellt habe? Soll es jetzt wochenlang so weitergehen oder stelle ich einen neuen Plan auf die Beine? Die Entscheidung war schnell klar. Ich wollte keine Zeit vergeuden und meine Ziele dieser Sprachreise weiterverfolgen und schmiedete neue Pläne.

Ich packte meine Koffer und verließ die Farm in Richtung Dallas Downtown. Nun standen 2 Tage Sightseeing auf dem Programm, bevor es weiter in den Bundesstaat Minnesota ging. Die Stadt Dallas im Bundesstaat Texas ist bekannt für das Cowboyleben und wildes Rodeo – also ging es natürlich direkt zur Show! Als Mädchen vom Land, welches mit Tieren groß geworden ist, war dies einer der spannendsten Besuche auf meiner Sprachreise. Wilde Rinder, Cowboys, Lassos und eine kleine Stadt, in der es nichts Anderes gab als echte Cowboys. Vielleicht werde ich ja in meinem nächsten Leben Cowgirl. 🙂

Auf nach Minneapolis (Minnesota)!

 

Weiter ging‘s in den Winter und in den Bundesstaat der 1.000 Seen – Minnesota. Temperaturtechnisch war alles dabei: von + 15 ° Celsius und Sonne bis zu bitterer Kälte bei -20 ° und Schnee. Natürlich war mein Koffer nicht gerade für so eine Kälte gepackt – ein Bikini im Schnee ist eher ungünstig 😉 – aber der bewährte Zwiebellook hat geholfen. Bei meinen Freunden in Minneapolis angekommen, begann die zweite Chance meiner Reise. Jetzt stand nicht mehr nur Arbeiten und Reiten auf dem Programm, sondern Arbeiten und viel Sightseeing. In Minneapolis begann eine Zeit, die ich in meinem Leben nicht mehr vergessen werde und die mich auch menschlich verändert hat. Schnell lernte ich neue Menschen kennen. Menschen, die es mir ermöglichten, mich zuhause zu fühlen und mir begeistert ihr Land und ihre Kultur zeigten. Meine schönsten Aktivitäten: ein Mix aus Ski fahren, Basketball, Alpaka-Wanderung, Nachtleben und vielem mehr. Auch ein 3-tägiger Besuch im 500 km entfernten Bundesstaat Wisconsin machte die Reise zu einem Erlebnis. In Germantown besuchte ich unseren amerikanischen Kunden, die Hampel Corporation, wo ich einen spannenden Einblick in die Produktion von Kälberboxen von Calf Tel® by Hampel erhielt. Auch Besuche auf unterschiedlichen Farmen standen auf dem Plan. Es war einfach beeindruckend und ich kann nun aus Erfahrung sagen, dass die Kälberaufzucht in jedem Land anders aussieht.

Aber wie es leider immer im Leben ist, neigt sich auch die schönste Zeit einmal dem Ende zu und so ging es Ende Februar wieder zurück nach Deutschland. Natürlich mit einem weinenden aber auch einem lachenden Auge – denn nun kam der Alltag wieder und ich freute mich riesig auf mein Pferd, die bevorstehende Turniersaison und natürlich meine Kollegen im Büro.